Gemeinsames Artenschutzprojekt stärkt Zauneidechsen-Population in der Försterei Lohe der Schleswig-Holsteinischen Landesforsten
(Neumünster) Die Zauneidechse erhält am historischen Ochsenweg ein neues Zuhause: Gemeinsam haben das Unabhängige Kuratorium Landschaft Schleswig-Holstein (UKLSH), die Schleswig-Holsteinischen Landesforsten und die Lokale Aktion Westensee – Obere Eider auf Heideflächen der Försterei Lohe die ersten nachgezüchteten Tiere eines gemeinsamen Artenschutzprojektes ausgewildert. »Wir schaffen hier nicht nur Perspektiven für die Zauneidechse, sondern fördern die Vielfalt ganzer Lebensgemeinschaften. Dies ist ein Gewinn für den Naturschutz in Schleswig-Holstein«, betont Dr. Katharina Mausolf, Abteilungsleiterin Naturschutz bei den Schleswig-Holsteinischen Landesforsten. »Des Weiteren ist unser Ziel, eine stabile Population der Zauneidechse aufzubauen, die sich langfristig auch in angrenzende geeignete Lebensräume ausbreiten kann«, sagt Thomas Jaspert vom UKLSH. Dass nun die ersten Tiere in die vorbereiteten Flächen entlassen werden können, sei das Ergebnis einer engen und erfolgreichen Zusammenarbeit zwischen Förstern und Naturschützern.
Der Auswilderung gingen umfangreiche vorbereitende Maßnahmen voraus: Durch die Entfernung von Gehölzaufwuchs, die gezielte Anlage von Rohbodenstellen sowie den Bau spezieller Reptilienverstecke entstanden optimale Bedingungen für die streng geschützte heimische Reptilienart. Im Sommer 2026 werden jetzt an zwei Terminen insgesamt rund 150 Zauneidechsen in die vorbereiteten Lebensräume entlassen. Die ausgewilderten Tiere wurden von Reptilienexperte Thomas Jaspert fachkundig nachgezüchtet und auf die Auswilderung vorbereitet. Sie finden nun einen Lebensraum vor, der gezielt auf ihre Bedürfnisse abgestimmt ist und gleichzeitig einen wertvollen Beitrag zur Artenvielfalt am historischen Ochsenweg leistet. Gleichzeitig profitieren zahlreiche weitere Tier- und Pflanzenarten trocken-warmer Standorte von den neu geschaffenen Strukturen.
Die Maßnahmen werden aus Ersatzmitteln des Kreises Rendsburg-Eckernförde und aus Mitteln der Gemeinschaftsaufgabe Verbesserung der Agrarstruktur und des Küstenschutzes (GAK) über das Ministerium für Energiewende, Klimaschutz, Umwelt und Natur des Landes Schleswig-Holstein (MEKUN) gefördert. Die Lokale Aktion Westensee – Obere Eider wird durch den Europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums (ELER) und das Ministerium für Energiewende, Klimaschutz, Umwelt und Natur des Landes Schleswig-Holstein (MEKUN) finanziert.