Entnahme hiebsreifer Fichten schafft Platz für den klimastabilen Mischwald von morgen
(Prisdorf) In der kommenden Woche beginnen die Schleswig-Holsteinischen Landesforsten mit einer planmäßigen Holzernte im Forstort Hauen bei Prisdorf in der Försterei Kummerfeld. »Mit der Maßnahme schaffen wir Platz für den klimastabilen Wald von morgen, indem wir hiebsreife Fichten entnehmen und die aufkommende Naturverjüngung von Buche und Ahorn fördern. Die dafür notwendigen Absperrungen im Wald sind zum Schutz aller Erholungssuchenden und der im Wald arbeitenden Forstwirte zwingend erforderlich. Ich bitte um Verständnis für die vorübergehenden Einschränkungen«, erklärt Ingwer Simonsen, zuständiger Revierförster der Försterei Kummerfeld. Man arbeite unter Hochdruck daran, die Arbeiten schnellstmöglich umzusetzen und den Wald zeitnah für die Erholungssuche wieder uneingeschränkt freigeben zu können.
Der Forstort Hauen bei Prisdorf liegt auf drei Seiten unmittelbar an einer Wohnbebauung und grenzt im Osten an Privatwald. Die jetzt anstehende Maßnahme betrifft überwiegend hiebsreife Fichten. Einzelne Bäume weisen zudem bereits erste Anzeichen von Borkenkäferbefall auf, was ein schnelle Entnahme und zeitigen Transport aus dem Wald heraus notwendig macht. Ziel der Durchforstung ist die Förderung der Laubbaumarten vor Ort zu dauerwaldartigen Strukturen, in denen zukünftig wie in einem Mehrgenerationenhaus starke und große Bäume mit kleinen Bäumen aus der Naturverjüngung als Strukturmosaik wachsen. Nach Abschluss der Arbeiten wird sich das Erscheinungsbild des Waldes zunächst verändert haben. »Insgesamt werden hier rund 500 Festmeter Holz genutzt, was der Tatsache geschuldet ist, dass hier bisher noch keinerlei Maßnahmen umgesetzt worden sind. Es ist daher nachvollziehbar, dass ein solcher Eingriff auf den ersten Blick oft stärker auf den Betrachtenden wirkt, als er tatsächlich ist. In der Tat investieren wir mit dieser Maßnahme in die Zukunft des Waldes. Bereits in wenigen Jahren werden die jungen Laubbäume die entstandenen Freiräume nutzen und den Bestand wieder schließen«, versichert Simonsen.
Im Anschluss an die Holzernte werden etwaige Hiebsschäden fachgerecht beseitigt und das bei der Holzernte angefallene Kronenmaterial überwiegend im Bestand belassen. So schützt es den Waldboden, führt ihm Nährstoffe zurück und bietet zahlreichen Tier- und Pflanzenarten wertvolle Lebensräume. Das Rücken des Holzes wird laut Simonsen bei passender Witterung erfolgen. »Natürlich achten wir für die Biodiversität auch bewusst auf die Erhaltung von Totholz und Höhlenbäumen als Lebensraum verschiedener Vogel- und Insektenarten«, so der Revierförster. Das sei Teil des Konzeptes der naturnahen Waldwirtschaft der Schleswig-Holsteinischen Landesforsten.