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Naturschützer auf vier Beinen mähen invasiven Riesenbärenklau nieder

Försterei Dodau startet ungewöhnliches Beweidungsprojekt bei Neversfelde

(Neversfelde) Die Försterei Dodau der Schleswig-Holsteinischen Landesforsten hat jetzt ein ungewöhnliches Beweidungsprojekt: Auf einer rund 0,25 Hektar großen Freifläche südwestlich von Neversfelde kommen seit Kurzem neun Schafe zum Einsatz, um den invasiven Riesenbärenklau einzudämmen. Die Pflanze breitet sich trotz bisheriger Maßnahmen aus und droht in angrenzende Waldflächen einzuwandern. Begleitet wird das Beweidungsprojekt vom regionalen Schäfer David Wilkens und dem für die Försterei Dodau zuständigen Revierleiter Jörn Siemens.

»Bisherige Maßnahmen zur Bekämpfung des Bärenklaus sind leider ohne nachhaltigen Erfolg geblieben. Auch wenn die betroffene Fläche mit 0,25 Hektar klein ist, droht ein großes Problem für den angrenzenden Wald«, erklärt Siemens die Hintergründe für das besondere Beweidungsprojekt. Das liege daran, dass sich der ursprünglich aus dem Kaukasus stammende und bis zu einer Wuchshöhe von vier Metern wachsende Riesenbärenklau sehr schnell verbreitet und heimische Pflanzen verdrängt. Ganze Lebensräume können so aus dem Gleichgewicht kommen und sich nachteilig verändern, weil die Artenvielfalt in den betroffenen Arealen zurückgehe.

»Eine weitere, sehr ernste Gefahr geht vom Riesenbärenklau auch für die Gesundheit von Menschen aus, da die lichtaktiven Stoffe im Pflanzensaft bei Berührung und anschließendem Kontakt mit Sonnenlicht zu schweren Hautreaktionen führen«, erläutert der Förster. Diese sogenannte Photodermatitis führe zu Rötungen, schmerzhaften Blasen und Verbrennungen und sei insbesondere für Kinder problematisch. Die  Pflanze werde daher bereits in vielen Regionen durch Mähen oder Ausstechen der Wurzeln gezielt bekämpft.

Vor diesem Hintergrund wurde das drei Jahre andauernde Beweidungsprojekt mit Schafen in der Försterei Dodau zur Bekämpfung des Riesenbärenklaus gestartet. Ergänzend werden einzelne Vorkommen des Riesenbärenklaus im benachbarten Wald manuell beseitigt, um die weitere Ausbreitung wirksam einzudämmen. Da die Beweidung von Waldflächen aber grundsätzlich genehmigungspflichtig ist, wurde das Projekt eng mit dem Landesamt für Umwelt (LfU), der Unteren Naturschutz- und der Unteren Forstbehörde abgestimmt. Nach Prüfung des Konzepts wurde eine Ausnahmegenehmigung erteilt und damit der Startschuss für den innovativen Praxistest gegeben. »Auf das Endergebnis des Beweidungsprojektes bin ich jetzt schon gespannt. Ich bin sehr optimistisch, da wir schon nach kurzer Zeit ausgesprochen gute Ergebnisse erzielen konnten«, sagt Siemens.

 

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