Revierförster bietet Führung an und beantwortet Fragen zur naturnahen Waldwirtschaft
(Reinfeld) In der Försterei Fohlenkoppel der Schleswig-Holsteinischen Landesforsten finden seit dieser Woche reguläre Waldpflegemaßnahmen statt. Für die Dauer der Waldarbeiten bis voraussichtlich Ende März werden die entsprechenden Areale in den Waldorten Kuh- und Fohlenkoppel vorübergehend gesperrt. »Für die Unannehmlichkeiten bitte ich um Verständnis. Die Absperrungen sind zum Schutz aller Waldbesucherinnen und Waldbesucher und der dort arbeitenden Forstwirte zwingend notwendig«, erklärt der Revierförster der Fohlenkoppel, Maximilian Scheel.
Ziel der Durchforstung ist die Entwicklung der Laubmischwälder, die von Buchen und Eichen geprägt werden, zu dauerwaldartigen Strukturen, in denen zukünftig wie in einem Mehrgenerationenhaus starke und große Bäume mit kleinen Bäumen aus der Naturverjüngung als Strukturmosaik wachsen. »Wir fördern Bäume im Wachstum, die besonders alt und stark werden und einmal das Kronendach als so genannte Zukunftsbäume beherrschen sollen. Dafür werden gezielt einzelne Bäume gefällt, damit sich die Zukunftsbäume besser entwickeln können. Von dem Mehrangebot an Licht profitieren auch kleine Rotbuchen, Bergahorne und Hainbuchen aus der nachwachsenden Naturverjüngung und anderen Bestandsschichten«, erklärt Scheel. Natürlich achte man auch auf Sonderstrukturen wie Totholz und Habitatbäume, die als Lebensraum für Tiere, Pflanzen und Pilze erhalten werden.
Bei den Waldarbeiten in der Försterei Fohlenkoppel kommt ab Ende Februar unter anderem auch das sogenannte Kombinierte Holzernteverfahren zum Einsatz: Hierbei arbeiten Forstwirte und Holzerntemaschinen zusammen und ergänzen sich perfekt. Das Verfahren bringe Vorteile für den Wald und die dort arbeitenden Menschen: Es kann besonders pfleglich gearbeitet und die nachwachsende Verjüngung geschont werden, und gleichzeitig verbessert die Maschine die Arbeitssicherheit und Leistung der Forstwirte. So können die Waldarbeiten auch schneller abgeschlossen werden. Aus Bodenschutzgründen sei die Holzerntemaschine, ein so genannter Harvester, mit bodenschonenden Bändern ausgestattet und fahre ausschließlich auf den sogenannten Rückegassen. Die Bänder verringern den Bodendruck und sorgen für weniger Spurbildung auf den Rückegassen. Der Rest des Waldbodens sei für die Maschinen tabu und bleibe unbeeinträchtigt. Der Transport des Holzes werde laut Scheel bei passender Witterung zeitnah erfolgen. Der hier zum Einsatz kommende Tragschlepper sei ebenfalls mit bodenschonenden Bändern ausgestattet.
Es werde außerdem nicht ein Baum mehr gefällt als langfristig wieder nachwachse, versichert Scheel. Dafür sorge eine Inventur, die alle 10 Jahre im Wald der Schleswig-Holsteinischen Landesforsten durchgeführt wird. Das sei Teil des Konzeptes der naturnahen Waldwirtschaft der Schleswig-Holsteinischen Landesforsten.
Für alle interessierten Waldbesucherinnen und Waldbesucher bietet Förster Scheel zudem einen Waldspaziergang am 3. Februar 2026 um 16:00 Uhr an, um Fragen zu den Pflegemaßnahmen vor Ort zu beantworten. Treffpunkt ist der Waldparkplatz Kuhkoppel/Graskoppel am Binnenkamp (hinter dem Golfplatz) https://maps.app.goo.gl/PVo38J86b5Ua5T6N9 . Anmeldungen erbittet Förster Scheel an seine E-Mailadresse unter maximilian.scheel@forst-sh.de .
Bei Fragen zum Holzeinschlag oder der naturnahen Waldbewirtschaftung steht auch die Pressestelle der Schleswig-Holsteinischen Landesforsten unter ionut.huma@forst-sh.de oder unter 04321/5592105 gerne zur Verfügung.