Geringe Ausbeute bei diesjähriger Saatguternte der Schleswig-Holsteinischen Landesforsten: Versorgung für Nachzucht mit Lagerbeständen gesichert
(Neumünster) Die Waldbäume machen bei der Samenbildung in diesem Jahr im Norden eine Pause. So fassen die Schleswig-Holsteinischen Landesforsten die insgesamt eher durchwachsene Ausbeute bei der Saatguternte 2025 zusammen. Trotzdem ist die Anzucht von jungen Waldbäumen dank gut gefüllter Lager aus den Vorjahresernten gesichert.
»Für Waldbäume ist die Samenbildung jedes Mal sehr kraftraubend«, sagt Dr. Chris Freise, Direktor der Schleswig-Holsteinischen Landesforsten. Es sei daher ganz normal, dass nach mehreren Jahren mit intensiver Samenbildung auch eher schwächere Saatguternten kommen. Da Stress bei Waldbäumen die Samenproduktion eher anrege, spreche die geringe Fruchtbildung in diesem Jahr auch für den eher entspannten Vitalitätszustand der Wälder im Norden, der sich auch in den Ergebnissen des Waldzustandsberichts wieder spiegele. Einfluss auf Samenproduktion und Keimfähigkeit können auch lokal auftretende Pilzinfektionen und spezialisierte Schädlinge haben.
-Nur Bäume am Bestandrand produzierten wie bei den Eichen als so genannte Sprengmast in diesem Jahr Früchte. »In geschlossenen Waldbeständen zeigten die Eichen kaum Fruchtanhang«, so Freise. Dennoch konnten landesweit 4.000 Kilogramm Eicheln geerntet werden. Bucheckern konnten so gut wie gar nicht geerntet werden und zeigten auch eine nur eingeschränkte Keimfähigkeit. Beim Bergahorn konnten rund 20 Kilogramm und bei der Wildkirsche immerhin 130 Kilogramm Saatgut geerntet werden. Ein sichtbarer Zapfenbehang bei der Weißtanne ließ zwar auf gute Ergebnisse hoffen, diese waren allerdings ohne keimfähige Samen, sodass keine Ernte möglich war. Einzig die Esskastanie wies in diesem Jahr eine vergleichsweise gute Saatgutbildung auf, die rund 230 Kilogramm Saatgut erbracht hat.
»Trotz der eher geringen Ernteergebnisse bleibt die Versorgung mit nachgezogenen Waldbäumen durch Lagerbestände sowie durch vorhandene Lohnanzuchten abgesichert«, erklärt Freise, »und das nicht nur für die Landesforsten, sondern auch für die landesweite Versorgung in Schleswig-Holstein«.