Schleswig-Holsteinische Landesforsten informieren zu anspruchsvollen Waldarbeiten in der Försterei Kummerfeld
(Barmstedt) In der Försterei Kummerfeld der Schleswig-Holsteinischen Landesforsten findet in der Rantzauer Hofhölzung bei Barmstedt ab dem 23. Juli eine planmäßige Durchforstung statt. Die Arbeiten werden laut Försterei Kummerfeld ungefähr eine Woche andauern. Aufgrund der anspruchsvollen Waldarbeiten vor Ort wird aus Sicherheitsgründen großräumig das Areal zwischen dem Grab des Grafen Christian Detlef zu Rantzau und dem Waldspielplatz gesperrt.
»Obwohl die eigentliche Fläche der Durchforstung nur circa drei Hektar groß ist, müssen wir zur Sicherheit der Waldbesuchenden und der Forstwirte großräumig sperren. Das hat mit den besonderen Arbeitsbedingungen vor Ort zu tun«, erklärt der für die Försterei Kummerfeld zuständige Revierleiter Ingwer Simonsen und ergänzt: »Unter den circa 40 Meter hohen Douglasien, die entnommen werden, hat sich bereits sehr viel Ahorn-Naturverjüngung entwickelt. Was einerseits ökologisch erfreulich ist, bedeutet für die Arbeiten vor Ort eine besondere Herausforderung, da dadurch die Sicht für die Forstwirte stark eingeschränkt ist. Das macht die Arbeiten sehr gefährlich.«
Ziel der Durchforstung ist ein Waldumbau hin zu einem Laubmischwald, in dem wie in einem Mehrgenerationenhaus starke und große Bäume mit kleinen Bäumen aus der Naturverjüngung als Strukturmosaik wachsen, erklärt Förster Simonsen. »Dafür fördern wir einzelne Bäume im Wachstum, die besonders alt und stark werden und einmal das Kronendach als so genannte Zukunftsbäume beherrschen sollen. Es werden gezielt die 40 Meter hohen Douglasien gefällt, um den Baumkronen der Zukunftsbäume mehr Licht zur Verfügung zu stellen. Davon profitieren auch kleine Bäume aus der Naturverjüngung und aus anderen Bestandsschichten.«
Außerdem werde nicht ein Baum mehr gefällt als langfristig auch wieder nachwächst. Dafür sorgt ein Inventur, die alle 10 Jahre im Wald der Schleswig-Holsteinischen Landesforsten durchgeführt wird. »Natürlich achten wir für die Biodiversität auch bewusst auf die Erhaltung von Totholz und Höhlenbäumen als Lebensraum verschiedener Vogel- und Insektenarten «, so Simonsen. Das sei Teil des Konzeptes der naturnahen Waldwirtschaft der Schleswig-Holsteinischen Landesforsten. Eine weitere Besonderheit dieser Durchforstungsmaßnahme ist zudem das „auf den Stock setzen“ vereinzelter junger Ahorne auf der Fläche, um so das erneute Austreiben zu fördern und um das Waldbild für die Erholungssuchenden angenehm zu gestalten.
Für die Unannehmlichkeiten , die die großräumige Sperrung für den Waldbesuch birgt, bittet Förster Simonsen die Erholungssuchenden um Verständnis. Die Sperrungen sind aber aus den genannten Sicherheitsgründen unerlässlich. Beeinträchtigte Waldwege werden zu passender Zeit und bei passender Witterung wieder Stück für Stück instand gesetzt. Bei Fragen zum Holzeinschlag oder der naturnahen Waldbewirtschaftung wenden Sie sich bitte an die Pressestelle der Schleswig-Holsteinischen Landesforsten unter ionut.huma@forst-sh.de oder unter 04321/5592105.