MENÜ

SCHLIESSEN

Wald für mehr.  Einblicke

Unsere Waldwirtschaft – die Vision

Unsere Kernaussage »Wald für mehr« steht für den hohen Anspruch, den wir mit unserer Arbeit für den Wald verbinden. Wir übernehmen Verantwortung für rund ein Drittel der insgesamt 173.412 Hektar großen Waldfläche Schleswig-Holsteins. Mit unserer Waldwirtschaft fördern wir die Vielfalt und den Reichtum des Waldes und schaffen gleichzeitig eine stabile Ertragsbasis für unser Unternehmen. Wir nutzen die Chance, beim Arten- und Biotopschutz einen entscheidenden Schritt voranzukommen und erhöhen dadurch die Akzeptanz für die schonende und nachhaltige Bewirtschaftung des Waldes.

Schritt für Schritt entwickeln wir vielfältig strukturierte, leistungsfähige und stabile Mischwälder, in denen hochwertiges Holz heranwächst. Unsere Waldwirtschaft zielt darauf ab, die ökonomische, ökologische und soziale Substanz des Waldes zu erhalten. Wir bewahren das Naturkapital des Waldes für nachfolgende Generationen. Mit unserer Bildung für nachhaltige Entwicklung stärken wir das Bewusstsein für die Zusammenhänge der Natur und vermitteln die Werte des Waldes.

Zu den Erfolgsfaktoren unseres Unternehmens zählen Geradlinigkeit, Offenheit, Innovationskraft und Kontinuität in Wachstum, Entwicklung und Fortbildung. Moderne Unternehmensstrukturen, flache Hierarchien und klare Entscheidungsgrundlagen ermöglichen effizientes Handeln. Besonders wichtig ist uns die persönliche, vertrauensvolle und kompetente Beratung von Mensch zu Mensch. Im Dialog mit Partnern und Bürgern erarbeiten wir maßgeschneiderte Konzepte für einen Wald, der den Herausforderungen der Zukunft gewachsen ist.

Ökonomisch

Mit einem Umsatz von zuletzt rund 15 Millionen Euro allein aus dem Holzverkauf sind die Schleswig-Holsteinischen Landesforsten ein bedeutender Wirtschaftsfaktor. Waldarbeit stärkt die Wirtschaft in der Region.

Wirtschaftsraum Wald

Zahlreiche Lieferanten partizipieren am wirtschaftlichen Erfolg der Forstbetriebe. Attraktive Arbeitsplätze entstehen, verteilt über das ganze Land. Regional verankerte Unternehmen mit guten Entwicklungsmöglichkeiten bremsen die Abwanderung hochqualifizierter Fachkräfte aus ländlichen Gebieten.

Holz bedeutet Wärme und Energie, Sägewerke und Möbeltischler benötigen das kostbare Gut ebenso wie Kaminbesitzer und Papierhersteller. Bei der Bewirtschaftung des Waldes verbinden sich ökonomische Gesichtspunkte mit ökologischen und sozialen Aspekten. Diesen Dreiklang müssenForstunternehmen stets berücksichtigen. »Unsere Waldwirtschaft « heißt: Die Schleswig-Holsteinischen Landesforsten erfüllen alle Anforderungen an eine effiziente, nachhaltige und schonende Bewirtschaftung des Waldes.

Maßnahmen

  • Langfristiger Erhalt eines Anteils von 32 Prozent Nadelholz in Mischbeständen.
  • Konsequente Umsetzung der »biologischen Automation« bei der Waldpflege zur Kostensenkung.
  • Entwicklung und Pflege eines gemischten und ungleichaltrigen Waldes, um auf Marktschwankungen reagieren zu können (»wohlsortierter Gemischtwarenladen«).
  • Erhöhung des Wertholzanteils durch Waldpflege und Astung
  • Alle zehn Jahre wird eine quantitative und qualitative Inventur, Kontrolle und Planung der Wälder zur Einhaltung der Nachhaltigkeit durchgeführt.
  • Die Nutzung zielstarker Bäume und Pflegeeingriffe erfolgen einzelstammweise und nicht über Kahlschläge.
  • Angepasste Wildbestände durch Regulierung; dabei dürfen die waldbaulichen Ziele der SHLF nicht behindert werden.
  • Die Verjüngung der Wälder soll bei den Baumarten der natürlichen Waldgesellschaften ohne Schutz möglich sein.
  • Wildbiologisch ausgerichtete, störungsarme und effiziente Jagdmethoden.
  • Berücksichtigung des Artenschutzes und Tierschutzes.
  • Waldinventur und Planung erfolgen mit modernen, statistisch abgesicherten Forsteinrichtungsverfahren als Nachhaltsweiser.
  • Dauerhafte Weiterentwicklung der Waldbewirtschaftung auf Faktenbasis nach dem Stand der Wissenschaft durch Zusammenarbeit mit Forschungseinrichtungen und Universitäten.
  • Erprobung neuer Arbeitsverfahren und Techniken zur schonenderen Waldbewirtschaftung.

Ökologisch

Zu den Kernzielen der Landesforsten zählt der Aufbau eines strukturreichen und stabilen, standortangepassten und multifunktionalen Waldes, der den Herausforderungen des Klimawandels gewachsen ist.

Wachsende Vielfalt

Die Landesforsten bewirtschaften die ihnen anvertrauten Wälder als FSC® (C010535)- und PEFC-zertifizierter Betrieb nachhaltig und naturnah nach strengen ökologischen und sozialen Maßstäben. Sie fördern eine Waldwirtschaft, die Naturprozesse nutzt und zulässt – eine Waldwirtschaft ohne Kahlschläge, Düngemittel und Pestizide. Neuwaldbildung und Wiederaufforstung tragen dazu bei, dass der Waldanteil in Schleswig-Holstein kontinuierlich steigt.

Seit mehr als 300 Jahren zählt Nachhaltigkeit zu den Grundprinzipien der Forstwirtschaft. Die Schleswig-Holsteinischen Landesforsten folgen dem Grundsatz, nicht mehr Holz zu entnehmen, als nachwächst. Sie verstehen Nachhaltigkeit übergreifend und aus dem komplexen Verständnis heraus, alle Funktionen des Waldes zu entwickeln.

Die Landesforsten wirtschaften innovativ unter Einbeziehung wissenschaftlicher Erkenntnisse. Waldinventur und Planung erfolgen mit modernen Forsteinrichtungsverfahren. In Zusammenarbeit mit Forschungseinrichtungen und Universitäten erproben sie neue Arbeitsverfahren und Techniken zur schonenden Waldbewirtschaftung. Ihr integrativer Ansatz vereint ökologische, ökonomische und soziale Aspekte.

Maßnahmen

  • Integration der Schutzgebietsplanungen in die Waldbewirtschaftung, zum Beispiel anhand von FFH-Managementplänen.
  • Durchführung, Förderung und Begleitung von Arten-und Biotopschutzprogrammen.
  • Erstaufforstung zur Erhöhung des Waldanteils.
  • Erhalt von Habitatbäumen.
  • Erhalt seltener Baum- und Straucharten und Rücksichtnahme auf seltene Biotope und Arten.
  • Erhalt und Wiederherstellung des natürlichen Wasserhaushaltes im Wald.
  • Keine flächige Bodenbearbeitung und Eingreifen in den Mineralboden.
  • Einsatz von boden- und bestandsschonender Forsttechnik und Arbeitsverfahren.
  • Wurzeln und Kronenteile unter sieben Zentimetern Durchmesser werden im Wald belassen, um die Bodenfruchtbarkeit zu erhalten.
  • Biotische Kalamitäten werden nicht mit Pestiziden bekämpft. Es greift das Prinzip der sauberen Waldwirtschaft mit schneller Holzabfuhr, Schadensmonitoring und gegebenenfalls Sanitärhieben.
  • Langfristiger Waldumbau zur Erhöhung des Laubbaumanteils auf 68 Prozent.
  • Als Baumarten der künstlichen Verjüngung werden standortangepasste und bodenpflegliche Arten ausgewählt. Heimische Baumarten haben Vorrang.
  • Seltene Baumarten im Waldgefüge werden erhalten und nach Möglichkeit gefördert.
  • Die natürliche Verjüngung hat Vorrang vor Saat oder Pflanzung als Verjüngungsverfahren.
  • Die SHLF verwenden geeignete und gesicherte Herkünfte beim forstlichen Vermehrungsgut.
  • Der Anteil der Eichen wird durch Pflanzung oder Saat besonders auf Erstaufforstungsflächen und Wiederaufforstungen auf kalamitätsbedingten Freiflächen erhalten.

Sozial

Die Landesforsten bewirtschaften weite Teile des Waldes im Land zwischen den Meeren. Damit verbunden ist eine große Verantwortung für die Entwicklung der Forstwirtschaft und die Vermittlung forstlicher Themen.

Lebendiger Dialog

Alte Laubwälder, Waldkino, Bodenerlebnispfad, historischer Ochsenweg, Quellen und Teiche – die Vielfalt der Naturbegegnungen in Schleswig-Holstein ist einmalig. Verteilt über das ganze Land engagieren sich Försterinnen und Förster dafür, dieses »Waldkulturerbe« an alle Menschen und besonders die junge Generation weiterzugeben.

Mit dem Bau und dem Erhalt von Wegen, Schutzhütten und anderen Infrastruktureinrichtungen öffnen die Landesforsten den Wald für Erholungsuchende. Die SHLF legen Wert darauf, dass alle Waldbesucher ihren Aufenthalt gleichermaßen genießen. Zusätzliche Reitwege, Hundeausläufe und Spielplätze bieten den verschiedenen Nutzergruppen eigene Anlaufstellen und verhindern, dass konkurrierende Benutzergruppen auf engstem Raum aufeinandertreffen. Gegenseitige Rücksichtnahme ist die Grundvoraussetzung für das Miteinander im Wald.

Die Wälder der SHLF bieten Platz für Begegnungen und Gespräche aller gesellschaftlichen Gruppen. Sie sind ein wichtiger außerschulischer Lernort und dienen als anschauliches Beispiel für nachhaltige Bewirtschaftung, zum Beispiel für Waldkindergärten, als Schulwälder, für Besuche von Schulklassen und alle interessierten Gruppen, möglichst unter Begleitung von qualifizierten Waldpädagogen.

Viele Menschen fühlen sich dem Wald verbunden. Sie wollen wissen, was dort geschieht und wie die Entscheidungen vor Ort zustande kommen. Die Landesforsten legen größten Wert auf einen offenen und ehrlichen Umgang mit Waldnutzern und Waldbesuchern. Für den Austausch haben sie die Internetseite www.wald-dialog.de eingerichtet, auf der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter Fragen zu Waldthemen beantworten.

Maßnahmen

  • Erhalt der Erholungseinrichtungen – Erlebnispfade, Hundeausläufe, Schutzhütten etc. – aus den Landesmitteln für besondere Gemeinwohlleistungen.
  • Pflege und Sicherung der Wege für den Erholungsverkehr, insbesondere in den Erholungswäldern.
  • Unterstützung der Aktiv-Regionen und Naturerlebnisräume.
  • In den Wäldern der SHLF werden Waldpädagogen ausgebildet und alle Möglichkeiten wie zum Beispiel Veranstaltungen und Erlebnisangebote genutzt, um Wald und Menschen zusammenzubringen.