Schleswig-Holsteinische Landesforsten : Details
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29.06.10

Habitatbaumkonzept (HaKon) der Schleswig-Holsteinischen Landesforsten – Ein Beitrag zum Internationalen Jahr der Biodiversität 2010!

„HaKon“ ist kein norwegischer Prinz in falscher Schreibweise, sondern der Weg zu mehr Edelsteinen der Artenvielfalt in den Wäldern der Landesforsten. Jahrhunderte lang wurde Alt- und Totholz aus den Wäldern entfernt, entweder weil es als Brennholz gefragt war oder einfach aus purem Ordnungssinn. Mit der naturnahen Waldbewirtschaftung haben Alt- und Totholz bereits seit über 20 Jahren einen anderen Stellenwert erlangt. Jetzt sichert das neue Habitatbaumkonzept (HaKon) der Schleswig-Holsteinischen Landesforsten Altbäume und Totholz langfristig und verstärkt als wichtiger Bestandteil des Waldökosystems für den Erhalt der Biodiversität. Alte Bäume erfüllen wichtige Funktionen, was vor allem ihrer Formenvielfalt zu verdanken ist (Höhlen, Astabbrüche, Hohlkehlen,…). Sie bieten viele sogenannte Habitatstrukturen, d. h. Höhlen, Nischen und Nahrungsquellen, deshalb werden sie als Habitatbäume bezeichnet (lat. habitare – wohnen). Zu den meisten, an Alt- und Totholz gebundenen Arten, gehören Vögel, Insekten, Pilze, Moose und Flechten, aber auch Säugetiere wie Waldfledermäuse. Viele Arten, z. B. der Mittelspecht oder die Bechsteinfledermaus, sind spezialisiert auf ganz bestimmte Lebensräume, die nicht verloren gehen dürfen. Ziel des HaKon ist es deshalb, alte und strukturreiche Bäume, einschließlich stehendem und liegendem Totholz in den bewirtschafteten Wäldern der Schleswig-Holsteinischen Landesforsten systematisch zu erhalten und zu mehren.

Im Verbund mit 2285 ha Naturwäldern, die z. T. schon seit über 20 Jahren nicht mehr genutzt werden, soll ein möglichst zusammenhängendes Netz von Alt- und Totholzlebensräumen erreicht werden.

»Die Schleswig-Holsteinischen Landesforsten nehmen den Gleichklang der ökonomischen, ökologischen und sozialen Waldfunktionen ernst und erbringen mit dem HaKon eine weitere besondere Gemeinwohlleistung«, sagte  Tim Scherer, Direktor der Schleswig-Holsteinischen Landesforsten, und übergab heute das Konzept als Handlungsanweisung an die 30 Förstereien des Landeswaldes: »Wir haben damit ein gutes Instrument geschaffen für mehr Alt- und Totholz in unseren Wäldern und damit für mehr lebendige Vielfalt und gesunde, stabile Wälder.« Jetzt beginnt mit dem großen »Reißhaken« die Markierung der Habitatbäume, eingeritzt wird ein großes Dreieck. Zunächst werden fünf Habitatbäume pro Hektar Referenzfläche ausgewählt, längerfristig sollen es zehn Habitatbäume pro Hektar in den definierten Beständen werden.

Auch der Naturschutz begrüßt das HaKon, dazu sagte Thomas Wälter, Leiter der Abteilung Naturschutz des Landesamtes für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume: »Mit diesem Konzept setzen die Schleswig-Holsteinischen Landesforsten ein gutes Zeichen für den Arten- und Habitatschutz in unseren Wäldern. Der gezielte und nachhaltige Schutz von Habitatbäumen und Totholz in kleineren Gruppen als ›Motor des Lebens‹ ist unverzichtbar für den Erhalt und die Förderung der Biodiversität. Darüber hinaus stellt das Konzept eine wichtige ökologische Komponente des integrativ bewirtschafteten Waldes dar«.
Wie viele kleine Edelsteine der Artenvielfalt werden die Habitatbäume die Vernetzung zu den Naturwäldern bilden, die bereits wahre Schatzkammern für Fauna und Flora sind. Naturwälder und Habitatbäume werden große und kleine, besondere Lebensinseln in den naturnahen Wirtschaftswäldern der Schleswig- Holsteinischen Landesforsten. Ein wirksamer Beitrag zum Internationalen Jahr der Biodiversität 2010!
Wald für mehr. Zukunft

Verantwortlich für diesen Pressetext:

Schleswig-Holsteinische Landesforsten
Anne Benett-Sturies
Leiterin Abteilung 3
Naturschutz, Erholung, Waldpädagogik
Öffentlichkeitsarbeit
Mobil-Nr _+49 (0) 170/3347336