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Gemeinschaftliches Sägen

Freitag, 10. Oktober 2008

Wald ist Schule für das Leben

Fortbildung »20. Forum Waldkindergärten« mit rund 100 Teilnehmern   Mitte der 90 er Jahre entstand die Bewegung der Waldkindergärten. Das ganze Jahr und bei jedem Wetter in der Natur für das Leben lernen, Spielen, Erleben und Beobachten – das ist das inzwischen etablierte Konzept. Eine Fortbildung für das wettererprobte Personal führten die Schleswig-Holsteinischen Landesforsten in Trappenkamp in Zusammenarbeit mit der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald (SDW) und der Landwirtschaftskammer durch. Bei starkem Regen!

Den Vormittag verbrachten die Teilnehmer im Wald von Hans Caspar Graf zu Rantzau in Pronstorf. Das Waldstück »Bornkamp« diente als Anschauungsort für Waldgefahren. Für die Forstabteilung der Landwirtschaftskammer führte Dipl.-Forstwirt Borris Welcker zu von Windwurf aufgeworfenen Wurzeltellern und von Pilzen zersetzten Bäumen. »Den Blick für die Realität schulen und keine Panik verbreiten«, war sein Motto. Umgestürzte Bäume können unter Spannungen stehen, Erdteller wieder zuklappen und tote Äste herunterfallen, dass man an solchen Plätzen kein Picknick veranstalte, verstehe sich von selber.
»Die Nase in den Wald stecken«, brach Graf zu Ratzau eine Lanze für die Waldkindergärten. »Es macht Sinn im Wald auf die Schule vorzubereiten. Wir müssen den Wald in die Köpfe kriegen«, sagte er. Dauerhaft und nachhaltig sollte die Idee der Waldkindergärten weitergeführt werden und er rief dazu auf, die Plätze zu besetzen und die pädagogische Alternative auch bei weniger Kindern in den Einrichtungen aufrecht zu erhalten.
Wer im Wald mit dem Pinzettengriff Blätter angefasst habe, könne später auch »sicher mit der Schere umgehen«, ergänzte Anne Benett-Sturies, Dezernatsleiterin für Gemeinwohlleistungen in den Schleswig-Holsteinischen Landesforsten. Inzwischen gibt es landesweit rund 50 Waldkindergärten. Seit über zehn Jahren wird das Weiterbildungsforum für die Waldkindergärten angeboten, erstmals 1997.