Seeadlerschutz erleidet Rückschläge durch illegale Vergiftungen
Die Seeadler erobern Schleswig-Holstein zurück, jedoch erlitten die bisherigen Erfolge im Seeadlerschutz deutliche Rückschläge.
Nach Angaben der Projektgruppe Seeadlerschutz Schleswig-Holstein waren in 2011 insgesamt 67 Seeadlerreviere besetzt (2010 ebenfalls 67 Rev.). Davon begannen 62 Paare mit der Brut und 50 Paare brüteten erfolgreich, so dass im Juli insgesamt 84 junge Seeadler flügge wurden.
Im Vergleich zum Vorjahr gab es drei Neuansiedlungen. Diese Bestandszunahme wurde aber durch illegale Vergiftungen bzw. das ungeklärte Verschwinden von drei Revierpaaren (Haseldorfer Binnenelbe/PI, Schillsdorf/RD und Mölln/RZ) zunichte gemacht, so dass die Bestandsentwicklung nach vielen Jahren der Zunahme erstmalig eine Stagnation zeigt. Im Revier Mölln ist die Vergiftung von mindestens einem der Brutvögel (durch den Nachweis von Mevinphos, das illegaler Weise als Ködergift bei der Raubsäugerbekämpfung eingesetzt wird) als Ursache für die Aufgabe dieses Brutrevieres im Jahr 2011 zu sehen. Der Verlust der illegal vergifteten Brutvögel im Revier Gothendorf/OH (ebenfalls durch den Nachweis von Mevinphos) wurde durch die Ansiedlung von zwei neuen, beringten Brutvögeln aus der Populationsreserve ausgeglichen. Die Ursachen in den zwei anderen oben genannten verwaisten Revieren sind unklar.
20 Prozent der begonnenen Bruten waren erfolglos. Die Ursachen hierfür sind unterschiedlich und waren in mindestens drei Revieren durch einen Horstabsturz oder den Verlust der Jungvögel begründet. Bei den meisten Paaren blieb die Ursache für die Brutaufgabe unbekannt.
»Die Gesamtsituation im Seeadlerschutz ist zwar heute deutlich positiver als noch in den 1980er Jahren, jedoch haben wir Verluste durch Vergiftungsfälle und den Absturz von Horsten und Jungvögeln zu beklagen. Zudem kommt es nach wie vor zu Störungen an den Brutplätzen«, erläutert Dr. Christian Holm, Vorsitzender der Projektgruppe Seeadlerschutz Schleswig-Holstein. Die Bemühungen zur Erhaltung des deutschen Wappenvogels dürfen deshalb nicht nachlassen, wenn sich die Bestandssituation stabilisieren soll.
»Wir unterstützen die Arbeit der Projektgruppe Seeadlerschutz ausdrücklich und werden die Ergebnisse der Totfundanalysen als einen wichtigen Schwerpunkt der aktiven Artenschutzarbeit weiterhin begleiten«, so Tim Scherer, Chef der Schleswig-Holsteinischen Landesforsten (SHLF).
Die Unterstützung der Projektgruppe Seeadlerschutz durch die Schleswig-Holsteinischen Landesforsten ist Teil der Gemeinwohlleistungen und ist verbindlich im Rahmen einer Kooperationsvereinbarung geregelt. Dabei wird u. a. die Seeadlerschutzstation der Projektgruppe durch eine räumliche Unterbringung in der Försterei Dodau unterstützt.
Für weitere Informationen und Fotoanfragen wenden Sie sich bitte an
die Projektgruppe Seeadlerschutz Schleswig-Holstein e. V.,
Herrn B. Struwe-Juhl:
T _+49 (0) 431/880-4501,
M _+49 (0)171/920-6562
Informationen im Internet unter
www.ProjektgruppeSeeadlerschutz.de
oder an die
Schleswig-Holsteinischen Landesforsten
Ulrik Steffen
T _+49 (0)4321/5592131
M _+49 (0)173/2076452
I _www.forst-sh.de/










