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Mittwoch, 17. August 2011

Mehr Lebensraum für Schwarzstörche in Schleswig-Holstein

Am 4. August 2011 trafen sich am idyllisch gelegenen Lachsbach am Rande des Bandorfer Forstes im Kreis Ostholstein der Umweltstaatssekretär Ernst-Wilhelm Rabius (MLUR SH) und die Vertreter der Projektgruppe Seeadlerschutz zu einem gemeinsamen Ortstermin für den »Großvogelschutz im Wald«.

Den Schwerpunkt der Gespräche bildeten die aktuellen Bemühungen zur Verbesserung des Schwarzstorchschutzes in Schleswig-Holstein. Hierzu lässt die Projektgruppe derzeit 10 ausgewählte Schwarzstorchreviere (5 aktuell besetzte und 5 ehemals besetzte) von einem Biologenbüro untersuchen, um die aktuelle Habitatausstattung der Brut- und Nahrungsreviere genau zu kennen und letztlich fehlende Schlüsselfaktoren für den erfolgreichen Brutverlauf zu identifizieren. Aufgrund der erarbeiteten Grundlagen sollen dann in den kommenden Jahren in ausgewählten Regionen zielgerichtete Artenschutzmaßnahmen durchgeführt werden.

Der Schwarzstorch besiedelt vorzugsweise störungsarme Laub- und Mischwälder, die von ausgedehnten Waldbachsystemen durchzogen sind. Diese sind in Schleswig-Holstein nur noch selten zu finden, zumeist in den Wäldern der Holsteinischen Geest. In Ostholstein gibt es nur vereinzelt noch Forellenbäche in denen die Schwarzstörche gerne nach Nahrung suchen. Viele der ehemals Natürlichen Fließgewässer sind heute verrohrt oder künstlich verändert. In den Offenlandgebieten bilden gehölzbestandene Fließgewässer ein wichtiges Nahrungshabitat. Neben Fischen ernährt sich der Schwarzstorch auch von Amphibien und Wirbellosen (z. B. Köcherfliegenlarven, Ringelwürmer und Krebse).

In Schleswig-Holstein haben in diesem Jahr sieben Schwarzstorch-Paare ein Revier besetzt (2010 ebenfalls 7 Reviere) und von diesen haben mindestens vier Paare erfolgreich 15 Jungstörche erbrütet.  

Im Gegensatz zur positiven Brutbestandsentwicklung in Deutschland stagniert die Bestandsentwicklung in Schleswig-Holstein bzw. zeigte jahrweise deutliche Abnahmen. Aus diesem Grund empfiehlt die Projektgruppe dringend zu Erhalt und Förderung des Schwarzstorches:
_ Erhaltung alter Laubwälder
_ Neuwaldbildung in Bachtalauen
_ Entrohrung von Bachläufen
_ Wiederherstellung von alten Bachläufen (Remäandrierung)
_ Schutz von freilebenden Forellenbeständen
_ Sicherung der aktuellen Horststandorte durch Einrichtung von so genannten Horstschutzzonen (im 300 m Radius um die Horste)

Diese Forderungen sollen jetzt durch detaillierte Untersuchungen in den einzelnen Regionen konkretisiert werden. Mit Hilfe von landesweiten Umsetzungsprogrammen  wie der Wasserrahmen-Richtlinie (WRRL) und Natura 2000 sollen die Artenschutzmaßnahmen in enger Abstimmung mit den betroffenen Grundeigentümern zügig umgesetzt werden.

Unterstützung bekommen die Schwarzstorchschützer dabei auch von den Schleswig-Holsteinischen Landesforsten (SHLF), denn in den landeseigenen Wäldern haben sich in diesem Jahr zwei Schwarzstorchpaare angesiedelt. Die seit dem 1. Juli 2008 bestehende enge Kooperation zwischen den Schleswig-Holsteinischen Landesforsten (SHLF) und der Projektgruppe Seeadlerschutz zum »Großvogelschutz im Wald« sichert eine gute Zusammenarbeit in den einzelnen Forstrevieren.

Gerne stellen wir Ihnen ein digitales Schwarzstorch-Foto und weitere Informationen zur Verfügung.

Verantwortlich für diesen Pressetext:
 
Bernd Struwe-Juhl, Projektgruppe Seeadlerschutz Schleswig-Holstein e.V.
Biologiezentrum der CAU, Olshausenstraße 40, 24118 Kiel, Tel.: 0431/880-4501
E-Mail: bstruwe-juhl@zoologie.uni-kiel.de, www.ProjektgruppeSeeadlerschutz.de