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Freitag, 13. November 2009

Einweihung Walderlebnispfad in der Försterei Ahrensbök – Begreifen durch Begreifen

Die Schleswig-Holsteinischen Landesforsten nehmen den Auftrag der Landesregierung besondere Gemeinwohlleistungen zu erfüllen sehr engagiert wahr. Dazu gehört die Walderholung, die Waldpädagogik und auch der Waldnaturschutz. Heute wurde in der Försterei Ahrensbök der Landesforsten ein einzigartiges Projekt präsentiert, das Waldpädagogik und Erholung zusammenführt.

Anne Benett-Sturies, zuständige Abteilungsleiterin der Betriebsleitung der Schleswig-Holsteinischen Landesforsten und Eckehard Heisinger als Revierförster der Försterei Ahrensbök, stellten in Anwesenheit der Mitglieder des Landtages, Frau Herlich Marie Todsen-Reese und Frau Sandra Redmann, die gelungene Gemeinschaftsinitiative vor. Dabei wurde auch deutlich, wie viele Kräfte hier positiv zusammenwirkten. Forstdirektorin Anne Benett-Sturies dankte dem Revierleiter und der Arnesbokenschule für die Idee, den Landespolitikerinnen für die guten Rahmenbedingungen, die es den Landesforsten ermöglichen auch gesellschaftliche Ansprüche an den Wald zu erfüllen, aber nicht zuletzt den zahlreichen Sponsoren, die das Projekt erst möglich machten. Denn für solche Aufgaben im Bereich der Waldpädagogik und Walderholung müssen die Landesforsten auch Eigenfinanzierungsanteile erwirtschaften. Die Sponsoren haben diesen Beitrag erbracht und so dieses beste Beispiel einer »Bildung für eine nachhaltige Entwicklung« überhaupt erst ermöglicht. Dazu kann der tolle Einsatz der gesamten Arnesbokenschule. Eckehard Heisinger sagte begeistert:»Alle Schülerinnen und Schüler der 1. bis 7. Klasse haben hier wirklich gearbeitet, waren mit den eigenen Händen und Ideen aktiv. Ihr könnt stolz sein, auf das was ihr hier im Wald geschaffen habt. Ihr habt selber ganz viel vom Wald »begriffen« und für euch getan, aber ihr habt auch etwas für den Wald und seine Besucher getan.«

Details zum Projekt:

»Begreifen« durch »Begreifen«! oder – den Wald mit allen Sinnen erleben
Gemeinsam mit der Arnesbokenschule, Grund- und Gemeinschaftsschule mit Förderzentrum der Gemeinde Ahrensbök, versucht die Försterei Ahrensbök (Schleswig-Holsteinische Landesforsten AöR) ein besonderes Waldpädagogikprojekt umzusetzen – den »Walderlebnispfad«. Dieses Projekt ist ursprünglich aus dem bereits vor 14 Jahren von dem Lehrer Axel Becker und dem Förster Eckerhard G. Heisinger ins Leben gerufenen „Grünen Klassenzimmer“ entstanden und verfolgt folgende Ziele:
_Alle Schülerinnen und Schüler der Klassenstufen 1 bis 7 sollen von Anfang an mit eigenen Händen und Ideen die einzelnen »Aktionsprojekte« selber konstruieren und aufbauen, die dem Leistungsvermögen der jeweiligen Altersklasse angepasst wurden.
_Weitestgehend werden natürliche Materialien verwendet,  die durch die Klassen vor Ort zusammengetragen, be- und verarbeitet werden.
_Wichtig ist, dass hierdurch der »Teamgeist« gefördert und die Selbstverantwortung der Gruppe gestärkt wird.
_Alle durchzuführenden Arbeiten werden von Schülerinnen und Schülern gleichermaßen erledigt.
_Entstehen soll ein sinnliches Erleben des Waldes mit Hilfe der »Erlebnisobjekte«, die von den »Teams« selber auf einfachen, wetterfesten Tafeln erläutert werden.

Teilnehmer:  9 Klassen von der 1. – 7. Klasse der Grund-, Haupt- und Realschulstufe mit ca. 250 Schülerinnen/Schülern, Lehrern und Eltern, einem Förster und zwei Forstwirten.

Materialwerbung:
_Beobachtung der Fällung der für den «Erlebnispfad« benötigten Bäume
_Abschälen der Rinde durch die Kinder mit einem professionellen Schäleisen
_Ablängen der Stämme auf die notwendigen Maße mit unterschiedlichen Handsägen
_Gemeinsamer Transport der 1 bis 6 Meter langen Stämme auf den Schultern aus dem Wald zum Anhänger – und von dort zum »Objektort«

Stationen: 1. Bauabschnitt 2009
1. Kann ich so weit springen wie die Tiere? Gestaltung 1. – 3. Klasse. Aufbau einer Sprunggrube mit selbst geschälten Eichenbalken als Abgrenzung, zusätzlicher Transport von Hackschnitzeln und Sand zum Objektstandort. Sprungweiten: Frosch, Hase, Hirsch.
2. Wie steht es mit meinem inneren Gleichgewicht? Gestaltung 1. – 3. Klasse. Überbrückung eines kleinen nicht sehr tiefen Grabens mit zwei nebeneinander liegenden ungleich starken Stämmen, über die balanciert werden muss. Zuerst zu zweit mit gegenseitiger Hilfe, dann alleine.
3. Mein/unser Energieverbrauch. 3. Klasse. Ungefähr fünfzig bis sechzig 50 cm lange Holzrollen (ca. 1 Kubikmeter) werden in ein aufgestelltes Holzgestell gelegt. Von diesem Lagerplatz zu einem anderen muss nun die gesamte Klasse diese Rollen »nach Zeit umstapeln«. Mit der hierfür benötigten Energie könnte im Winter ein durchschnittliches Wohnzimmer eine Woche lang geheizt werden.
4. Die Waldglotze. 4. – 7. Klasse . An einer landschaftlich reizvollen Stelle wird ein 1,5 m x 2,0 m großes Rechteck aus Eichenbalken an zwei Eichenstützen im Blickfeld eines sitzendes Kindes aufgestellt. Aus Brettern wird von den Schülerinnen und Schülern die Silhouette eines Fernsehers nachgebildet und auf dem Gestell befestigt. 10 bis 15 Hocker entstehen aus einem stärkeren Eichenstamm, die, mit einer Motorsäge herausgesägt , dann mit Holzfeile, Hobel und Sandpapier  bearbeitet werden. Wer kann nun 15 Minuten konzentriert in diesem »Waldprogramm« die meisten interessanten Tiere und Pflanzen sehen. Welche Töne hört man aus dem Lautsprecher?
5. Totes Holz lebt und klingt. (Elastizität, Dichte von Holz) 4. – 7. Klasse. Fünf gleichlange Rundhölzer aus fünf verschiedenen Baumarten hängen an einem Querbalken und klingen unterschiedlich wenn man dagegen schlägt.
6. Das Waldbett. 7. Klasse. Bau und Aufstellung einer 3 x 3 m großen, stabilen »Holzpritsche« aus Eichen- und Lärchenholz, von der man in das Blätterdach schauen und bei geschlossenen Augen Geräusche des Waldes intensiver als bisher wahrnehmen kann. Nach Einweisung auch Einsatz von einfachen Holzbearbeitungsmaschinen durch die Klasse.
7. Fußfühlpfad. 1. – 2. Klasse. Wahrnehmung unterschiedlicher (auch natürlicher) Bodenbeläge mit den Fußsohlen. In die von den Kindern in den Waldboden »eingelassenen« Eichenquadrate und Dreiecke werden die unterschiedlichsten Materialien wie Kies, Betonsteine, Hackschnitzel, Holzklötze, Sand, Laub gefüllt. Mit verbundenen Augen werden dann die verschiedenen Substrate »ertastet«.  Bei welchem Bodenbelag fühle ich mich am wohlsten?

»Der einzige Weg, etwas zu lernen, besteht darin, die gerade anstehende Arbeit gut zu machen.«
Beatrix Havergal

Das Projekt wird im Frühjahr 2010 fortgesetzt, darin waren sich heute Akteure und Gäste einig.

Schleswig-Holsteinische Landesforsten
Anne Benett-Sturies
Leiterin Abteilung 3
Naturschutz, Erholung, Waldpädagogik
Öffentlichkeitsarbeit
M _+49 (0) 170/3347336

Ahrensbök, den 10. Nov. 2009