
Revierförster Thomas Jacobi, Herlich Marie Todsen-Reese und Tim Scherer (Foto: Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein)
Das erste Stück »Urwaldautobahn« für Tiere und Pflanzen entsteht!
Die Schleswig-Holsteinischen Landesforsten nehmen rund 17 Hektar des Kiebitzholmer Forstes vollständig und dauerhaft aus der Nutzung.
Wieder einmal unterstreicht das Erprobungs- und Entwicklungsvorhaben »Holsteiner Lebensraumkorridore« seine Besonderheit: die konstruktive Zusammenarbeit verschiedener Akteure aus Naturschutz, Forst, Straßenbau und Forschung. »Wir sind stolz auf ein neues wegweisendes Ergebnis innerhalb des Projektes«, sagt Herlich Marie Todsen-Reese, Vorstandsvorsitzende der Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein. »In einem rund 40 Meter breiten Waldstreifen quer durch den Kiebitzholmer Forst bei Negernbötel im Kreis Segeberg wird die Nutzung vollständig und dauerhaft aufgegeben«. Das sogenannte »Naturwaldband« wird sich von der Grünbrücke über die A 21 bis zum Kiebitzholmer Moor, Teil der europäischen Schutzgebietskulisse »Natura 2000«, ziehen und die Ausbreitung besonders anspruchsvoller Waldarten unterstützen.
»Die »Holsteiner Lebensraumkorridore« haben bundesweite Bedeutung, denn sie veranschaulichen als Leuchtturmprojekt, wie im Zusammenwirken einzelner Akteure und Interessensgruppen Ziele der Nationalen Strategie zur biologischen Vielfalt umgesetzt werden können«, betont Herlich Marie Todsen-Reese, als sie mit Tim Scherer, Direktor der Schleswig-Holsteinischen Landesforsten, sowie weiteren Kooperationspartnern die Besonderheiten an der Zusammenarbeit zur Sicherung des Naturwaldbandes erläutert. »In der Rolle der Projektleitung sind wir in der Stiftung stolz darauf, dass sich so viele Projektpartner engagieren und die Menschen der Region die Projektziele so tatkräftig unterstützen. Heute freue ich mich natürlich ganz besonders, dass dank der Schleswig-Holsteinischen Landesforsten ein Stück Wirtschaftswald wieder zum »Urwald« werden kann«.
»Von der Grünbrücke ausgehend mitten durch unseren Wirtschaftswald nehmen wir einen rund 17 Hektar großen Streifen vollständig und dauerhaft aus der Nutzung«, so Tim Scherer. »Durch dieses bundesweit bisher einmalige Naturwaldband werden auch störungsempfindliche Tier- und Pflanzenarten, die auf Totholz und naturnahe Waldstrukturen angewiesen sind, eines Tages die Grünbrücke erreichen können. Wir geben heute sozusagen ein Stück von Deutschlands erster »Urwaldautobahn« für Tiere und Pflanzen frei!«
Weitere Informationen zum Gesamtvorhaben finden Sie unter www.lebensraumkorridore.de










